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RICHTIGE KRAULBEINTECHNIK

Teil 1 unserer neuen Serie "Schwimm-Drills, aber richtig!" widmet sich der korrekten Kraulbeintechnik!

kraulbeintechnik1.jpg

Zum Auftakt unserer neuen Serie "Schwimm-Drills, aber richtig!" widmet sich Stephan Dvorak, Leiter der SCHWIMMAKADEMIE, dem Kraulbeinschlag ("flutter kick").

Zielsetzung dieser Schwimmtechnik-Übung: Umsetzen einer korrekten Kraulbeintechnik!

Der Kraulbeinschlag bildet einen Teil des Fundaments der Gesamtkraultechnik. Der Kraulbeinschlag hat auch die wichtige Funktion die Wasserlage zu stabilisieren.

Nur mit einem technisch richtigen Kraubeinschlag lässt sich in weiterer Folge eine technisch richtige Kopplung mit dem Armzug umsetzen.

ind bereits beim flutter kick technische Fehler vorhanden, so wird auch in weiterer Folge das Gesamttechnikleitbild nicht richtig umgesetzt.

Zielgruppe: BASIC

Aber ein Beinblock findet sich in jedem Schwimmtraining! Auch im ADVANACED und PRO Level wird dies zumeist umgesetzt beziehungsweise sollte es unbedingt in jede Trainingseinheit integriert werden.

flutter kick-, freestyle kick-, kicking-, Kaulbeinschlag-Drills gibt es in verschiedensten Ausführungen.

Ich habe unterschiedlichste Kraulbeinschlag-Technikübungen für euch ausgewählt und werde versuchen, euch einen guten und verständlichen Überblick zu verschaffen.

Das Technikleitbild des Kraulbeinschlages

Der Beinschlag besteht aus einer Druckphase und einer Zugphase

Druckphase

In der Druckphase wird das Bein nach unten, Richtung Beckenboden bewegt. Der Impuls kommt dabei aus der Hüfte. Der Fuß bleibt locker, sodass sich der Wasserdruck an diesen schmiegen kann. Das Bein wird durch den Wasserdruck im Knie leicht abgewinkelt. Gegen den Wasserdruck arbeiten und das Bein über das leicht gebeugte Knie zur Streckung bringen.

Zugphase

Das gesamte Bein wird gestreckt und über die Fußsohle wieder zur Körperlängsachse an die Wasseroberfläche zurückgeführt. Optimalerweise sollte der Fuß auch in der Zugphase überstreckt sein, ohne dass die Zehen verkrampfen. Wir versuchen den Beinschlag locker und ohne unnötigen Krafteinsatz zu schwimmen.

Zusätzliche Anmerkungen zum Beinschlag

Sowohl die Zug- als auch die Druckphase sind als Einzelkomponenten des Beinschlages gleich wichtig. Beide Bewegungen müssen technisch richtig ausgeführt werden um über den Beinschlag einen optimalen Vortrieb zu bekommen.

Wird eine dieser beiden Teilbewegungen dominant ausgeführt, wird der Vortrieb gehemmt und der Bewegungsfluss der Bewegung leidet, sprich eine technisch falsche Ausführung ist der Fall!

   -> Die Bewegung kommt aus der Hüfte
   -> tendenziell kleiner Kniewinkel in der Druckphase
   -> tendenziell hohe Frequenz und weniger Amplitude - je grösser die Amplitude, desto größer der Wasserwiderstand - wir versuchen Wasserwiderstände zu minimieren.
   -> Fußgelenk locker lassen, damit der Wasserdruck den Fußrist als Angriffs- und Vortriebsfläche erfasst (Flexibilität im Sprunggelenk!)
   -> Bei Personen die im Fussgelenk stark verkürzt sind und dieses kaum überstrecken können: Fußrist dehnen!
   -> Beinschlag vorm Oberköper ausführen. Nicht hinter Körperlängsachse kommen. Rumpfstabilität ist ein wichtiger Teilaspekt.
   -> Zwischen Zug- und Druckphase gibt es keine Pausen oder Verzögerungen. Der Beinschlag ist eine fliessende Bewegung.

 

Jetzt gehen wir ins Detail und schauen uns die Videos aus dem World Wide Web an!


FREESTYLE FLUTTER KICK BASICS

Ein Video, das sehr gut den Beinschlag beschreibt, Fehler die oft auftreten anspricht und Tipps gibt, wie man diese vermeidet. Alles in allem von den Erklärungen her und auch den vorgezeigten Videos ein sehr gelungenes Video. Der dargestellte Übungsaufbau mit Schnorchel und Brett und Schnorchel ohne Brett um den Beinschlag zu automatisieren ist ebenfalls methodisch sehr gut. Ich persönlich würde das Brett weglassen. Die Erklärung hierfür gibt es bei der Beschreibung des nächsten Videos.

 

TRIATHLON KICKING DRILLS

Die Legende Dave Scott (6-facher Ironman-Sieger) erklärt sehr verständlich und gut. Der vorgeschlagene Übungsaufbau ist bereits für Fortgeschrittene.

1. back flutter with board (Rückenbeine* mit Brett)
2. Dolpin kick (Delphinbeine in Rückenlage mit Brett)
3. Front flutter with one hand on board (Kraubeinschlag mit einem Arm am Brett – Atmung nach vorne)
4. Front flutter with two hands on board (Kraulbeinschlag mit beiden Armen am Brett – Kopf über Wasser)
5. side flutter (Kraulbeinschlag in Rotationsendstellung mit Atmung zur Seite)

Ich würde dein Einsatz eines Schwimmbretts nur für Fortgeschrittene empfehlen. Meistens ist durch eine eingeschränkte Flexibilität im Schultergelenk die Wasserlage mit Brett nochmals schlechter als ohne.

Das trifft in diesem Übungsaufbau auch auf die erste Übung in Rückenlage zu. Eine Übung, die viele Anfänger bis Hobby-Schwimmer bereits überfordert, wenn die Schulterbeweglichkeit eingeschränkt ist.

Für AnfängerInnen empfehle ich die Stabilsiation und Automatisation des Kraulbeinschlages in Rückenlage mit angelegten Armen vorzunehmen.

Das Brett als Hilfsmittel für den Anfänger halte ich deshalb nicht für sinnvoll, da er früher oder später sowieso ohne Brett arbeiten muss und es viele Arten gibt, wie man ein Brett nicht halten bzw. umklammern sollte und hier bereits durch den Einsatz des Brettes Fehler automatisiert werden. Die Erklärungen im Video diesbezüglich (wie man das Brett halten soll) sind sehr gut und wichtig zu beachten.

Der Übungsaufbau den Dave Scott präsentiert ist sehr gut und der wichtige methodische Grundsatz vom leichten zum schweren wird eingehalten. Wie gesagt: Ich würde das Brett weglassen, dann hat man einen BASIC Übungssatz, den man beherrschen sollte/muss, um in weiterer Folge eine richtige Kopplung zwischen Armen und Beinen beim Kraulen zu erreichen und damit das Gesamt-Technikleitbild richtig umsetzen zu können.

* ad Rückenbeine: unterscheiden sich außer in der Wasserlage vom Kraulbeinschlag nicht. Das heißt es werden die Rückenbein in Rückenlage ausgeführt und die Kraulbeine in Bauchlage. Im englischen beschreibt der Begriff flutter kick das Kraulbeinschlagmuster unabhängig von der Körperlage im Wasser. Im deutschen verwendet man hierfür den Begriff Wechselbeinschlag.

 

FEHLER BEIM KRAULBEINSCHLAG

Die aufgezählten Fehler sind die "Klassiker", die auftreten. Beinschlag nur aus dem Knie, angezogener Fuß, zu große Amplitude und vom Knie gesteuerter Beinschlag.

Nachdem die Fehler von einem guten Schwimmer nachgeahmt werden, muss man sagen, dass die Auswirkungen im Video nicht optimal herauskommen und in der Praxis die Fehler oft noch ausgeprägter gemacht werden. Das führt im schlimmsten Fall soweit, dass man von einer horizontalen Wasserlage in eine vertikal kommt und ein weiterschwimmen unmöglich ist.

 

FREESTYLE KICKING

Diesem Video ist schön zu entnehmen, wie das Becken über den Beinschlag stabilisert wird und nicht zur Seite ausbricht. Der Beinschlag ist immer Richtung Beckenboden gerichtet.

Die Beinfrequenz die hier geschwommen wird, ist für den Triathlon Wettkampf zu hoch. Dennoch sollte auch der Triathlet in der Lage sein, mit einer solchen Beinfrequenz zu schwimmen, ohne dass der Armrhythmus negativ beeinflusst wird und die Armfrequenz im selben Maße erhöht wird.

 

DER MEISTER BEI DER ARBEIT

Auch für heutige Maßstäbe: Ian Thorpe zeigt hier den Kraulbeinschlag in seiner Perfektion.

Schön zu sehen, die unterschiedlichen Beinrhythmen (mit unterschiedlicher Beinfrequenz) die Thorpe bei unterschiedlichen Distanzen anwendet. Ein fertiger Schwimmer sollte in der Lage sein unterschiedliche Beinrhythmen zu koppeln!

Beinschlagübungen setzen eine gute Wasserlage voraus. Die Wasserlage wird von Kopfposition, Schulterflexibilität und der richtigen Ausführung des Beinschlages beeinflusst. In Bauchlage kommt auch die Thematik des Atmens hinzu.

 

Technik verstehen und umsetzen

Wie bereits in unserer Einführung zur Serie "Schwimm-Drills, aber richtig!" erwähnt ist das Feedback und die Korrektur von außen extrem wichtig.

Zudem sollte derjenige der Korrekturen vornimmt auch die Technikleitbilder eines modernen Schwimmstils kennen und verstehen um korrekte und effiziente Anweisungen zu geben.

Zum Erlernen bzw. zur Weiterentwicklung haben wir bei FLOWSPORTS - Die SCHWIMMAKADEMIE ein Schwimmsystem (Hier findest du alle Infos) erarbeitet, das methodisch herausragend und richtungsweisend ist.

Die Umsetzung in unseren Technikkursen und Trainings wird durch ein unvergleichliches Trainerteam erarbeitet.

Unser Team von FLOWSPORTS - Die SCHWIMMAKADEMIE ist für dich da, um deinen persönlichen FLOW im Wasser zu finden. Denn wir sind davon überzeugt, dass Schwimmen das Joggen von morgen ist!

Zum aktuellen Kursblock 3, der im April 2012 beginnt, kannst du dich hier anmelden! >>>

 

Das erwartet dich in der nächsten Ausgabe!

In der nächsten Ausgabe von "Schwimm-Drills, aber richtig!" werde ich euch das Thema Wasserlage und Wassergefühlsübungen näher bringen.

Das Problem vieler Anfänger ist, dass sie gegen das Wasser arbeiten. Verkrampfungen, Verspannungen und inadäquater Kraftaufwand sind die Folge.

Gerade im modernen Schwimmsport sind Techniken auf die Minimierung von Wasserwiderständen ausgerichtet, daher ist diese Thematik auch für den Fortgeschrittenen und Wettkampfschwimmer immer ein aktuelles Thema.

Wir hoffen, die erste Ausgabe von "Schwimm-Drills, aber richtig!" hilft euch bei der Verbesserung eure Beinschlages weiter und wünschen viel Spaß beim Ausprobieren.


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Kommentare

Pic8_NEU

Beinschlag? Ist das nicht das, was wir unter Zuhilfenahme eines Neoprenanzuges zu vermeiden versuchen ;-)

erstellt von rainer67, am 14.02.2012 um 17:49 Uhr

Schmidt_ORF2Zwillinge

Hallo Rainer, was macht man dann wenn wegen zu hoher Wassertemperatur Neoprenverbot ausgesprochen wird? Man braucht also auch als Triathlet eine möglichst gute Beinschlagtechnik.

erstellt von Herbie, am 23.02.2012 um 11:02 Uhr

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