Wer Tamara Jelasits kennt, weiß, dass sie eine echte Frohnatur ist, fast immer mit einem Lächeln auf den Lippen, ein Sonnenschein.
Aber nicht deshalb haben wir die Flowsportlerin in der grauen Jahreszeit zum FLOW-TALK gebeten.
Sondern weil Tamara auf ein – im wahrsten Sinne des Wortes – bewegtes Jahr 2011 zurückblickt, mit jeder Menge Höhepunkte.
Und genau diese lassen wir mit ihr noch einmal Revue passieren. Außerdem gibt es noch einen Ausblick auf das Jahr 2012. Und wir verraten euch, was Tamara mit Marino Vanhoenacker gemeinsam hat.
ABU DHABI TRIATHLON
„Das Land ist ein kleines Paradies, der Wettkampf war genial, die Organisation perfekt“, erinnert sich Tamara an ihr erstes Highlight. Der Start über die Kurzdistanz mit 750 m Schwimmen, 50 km Radfahren und 5 km Laufen war „der volle Motivationsschub“ für die Ironman-Premiere.
Dazu das Training neben Triathlon-Superstars wie Marino Vanhoenacker oder Faris Al-Sultan, der Tamara vor allem mit seinen Essgewohnheiten beeindruckte. „Am Wettkampftag standen Würstel und Rösti auf seinem Speiseplan – um vier Uhr in der Früh!“ Weniger überrascht war sie vom reibungslosen Ablauf: „Es war alles top, das Meer extrem sauber, die Hitze zwar eine Herausforderung, aber die nimmt man in Kauf, wenn man dem Winter in Österreich entkommen kann.“
Und wenn man Glück hat, kann man das Schwimm-Training gemeinsam mit Delphinen absolvieren. „Man hat uns gesagt, dass wir uns nicht fürchten sollen, wenn wir dunkle Schatten im Wasser sehen, da es sich sehr wahrscheinlich um Delphine handelt. Leider habe ich selbst keinen gesehen, aber alleine die Möglichkeit macht schon Gänsehaut.“
Deshalb wird die Flowsportlerin auch wiederkommen. Nicht 2012, da setzt sie andere Prioritäten in der Vorbereitung: „Aber Abu Dhabi wird mich garantiert wiedersehen!“
IRONMAN 70.3 ST. PÖLTEN
„Ich wollte unbedingt, auch wenn es aus trainingstechnischer Sicht nur bedingt optimal war. Aber ich habe dieses Rennen mental gebraucht.“ Also einigte sich Tamara mit FLOWSPORTS-Trainer Christoph auf einen „Deal“. Wettkampf ja, aber beim Laufen musste sie Tempo rausnehmen.
Schlussendlich war es trotz Problemen in der Vorbereitung – aufgrund einer verschleppten Verkühlung konnte sie fast den ganzen April nicht trainieren – der erhoffte Erfolg. „Als ich über die Ziellinie gelaufen bin, wusste ich, dass ich auch den Ironman schaffen kann, dass Kärnten möglich ist.“
Bereits im November begann sie mit der Vorbereitung auf den Ironman Austria, damals noch mit einem anderen Trainer, der die Latte von Beginn an zu hoch legte. „Ich wäre schon im Dezember auf 25 Stunden Training in der Woche gekommen, habe mich gefragt, wo sich das noch hinsteigert. Es war kein Vertrauen da, ich hatte ständig Zweifel und war nahe am Übertraining.“
Bald kamen Knieschmerzen dazu und andere Wehwehchen, deshalb beendete Tamara die Zusammenarbeit und wechselte zu FLOWSPORTS – Das Sportinstitut. Und begann mit Trainer Christoph die finale Phase der Vorbereitung auf den Ironman Austria.
IRONMAN AUSTRIA IN KLAGENFURT
„Es war ein Wahnsinn!“ Wenn Tamara über ihren Saison-Höhepunkt spricht, dann merkt man ihre Begeisterung, Faszination und Passion. Auch heute noch, fast ein halbes Jahr danach. Die Zweifel von vor dem Start sind natürlich längst verflogen. „Ich wusste, dass keine Top-Zeit möglich sein wird, also war mein Ziel durchkommen. Und genau das hat es schwierig gemacht, da ich ein Typ bin, der eine Zielzeit braucht.“
Also Planänderung, das Rennen wurde in drei Etappen eingeteilt. Schwimmen. Radfahren. Laufen. Das Schwimmen im Wörthersee war die große Unbekannte. „Letztes Jahr bin ich bei den Sprint-Triathlons noch Brust geschwommen, da war für mich unvorstellbar, dass ich die 3,8 km in unter 1:30 Stunden absolviere. Aber Christoph hat gesagt, dass ich 1:20 Stunden schaffe.“
Und so kam es dann auch, Tamara machte das für sie „Unmögliche“ möglich. „Als ich aus dem Wasser gestiegen bin und auf der riesigen Anzeigetafel 1:20 Stunden gesehen habe, war das fast ärger als das Finish.“ Die Zuschauermassen, die unglaubliche Lautstärke, der Adrenalinkick, all diese Erlebnisse rücken wieder in den Fokus.
Auch am Rad hat dann alles gepasst, die 180 km gingen problemlos runter, obwohl die Flowsportlerin für alle Fälle und jede Eventualität vorbereitet war. „Ich hatte zwei Schläuche und vier Patronen dabei, dazu Verpflegung für zwei Wettkämpfe oder eine Wochenausfahrt– aus Angst, was alles passieren kann.“ Aber wer kennt sie nicht, die Schauergeschichten von zwei Patschen und dem DNF. „Damit ich aufhöre hätten schon drei Reifen kaputt gehen müssen."
Heute kann sie darüber herzhaft lachen, diese Erfahrungen waren im Nachhinein wichtig und richtig. „Man lernt bei seinem ersten Ironman irrsinnig viel.“ Auf der Laufstrecke wurde sie dann von Familie und Freunden und auch von den tausenden Zuschauern entlang der Strecke gepusht und ins Ziel getragen. Ihre Zeit: 13:17:25 Stunden. „Es war mein perfekter Tag!“
RED BULL 400 AM KULM
Ob das wirklich so eine gute Idee war? Denn eigentlich war es Tamara, die eine Teilnahme beim 400 m langen Lauf-Spektakel auf der größten Naturschanze der Welt forciert hatte. Aber als sie dann gemeinsam mit Andrea und Patrick anreiste, war sie sich ihrer Sache nicht mehr so sicher.
„Es hat ein bisschen gedauert, bis ich die beiden überreden konnte. Und dann bin ich hingekommen und hab mir gedacht: Scheiße, ich hab Angst!“ Noch im Auto schnellte der Puls auf 180, im Auslauf versagte der Pulsmesser kurzfristig den Dienst. „Es ist immer schlimmer geworden, als wir davor gestanden sind wusste ich: Steiler geht nicht!“
Dass es doch noch steil wurde, der Wettkampf aus Sicht des seit Kindheitstagen begeisterten Skisprung-Fans nämlich, lag einerseits an der perfekten Organisation („Es war wirklich für ALLES gesorgt!“), andererseits am Wettkampf selbst. Natürlich wurden die lieben Daheimgebliebenen kurz „narrisch“ gemacht, als der Notarzthubschrauber landete und sich bei Tamara abermals Verzweiflung breit machte.
Aber als einmal der Startschuss gefallen war, ging es stetig bergauf. „Eigentlich wollten Andi und ich gemeinsam laufen, aber dann ist sie losgesprintet und ich bin dagestanden. Aber mein Körper hat auf Roboter-Modus umgeschaltet, links, rechts, links, rechts – und so ist es dahin gegangen.“
Vom Auslauf weg über den Landehügel und die Schanze, bis ganz hinauf. „Es war ein irres Glücksgefühl, als ich oben angekommen bin, die pure Endorphinausschüttung. Etwas Ähnliches habe ich nur bei meinem ersten Marathon und beim Ironman erlebt.“
"Gebe mich mit der Zeit nicht zufrieden"
Deshalb wird Tamara auch 2012 wieder dabei sein, sollte Red Bull („Die Marke hat mich schon immer fasziniert, was die anpacken ist irgendwie alles cool!“) die Läufer auf den Kulm loslassen.
Ebenso fix eingeplant ist der Ironman in Klagenfurt und Umgebung. „Ich habe es einmal geschafft, aber mit der Zeit gebe ich mich nicht zufrieden“, gibt es für 2012 eine Zielzeit.
Und aller Wahrscheinlichkeit nach ein Wiedersehen mit Marino Vanhoenacker, der genau wie Tamara ein großer Kärnten-Fan ist. „Ich liebe Kärnten, wenn ich am Wörthersee bin, fühle ich mich total gut, die Atmosphäre gibt mir total viel.“
Und weil das gute Gefühl von der Finishline („Das sind ja leider nur 20 Sekunden!“) so schnell wieder weg war, die Fotos vom Wettkampf nur ein „Ersatz-Feeling“ kreieren, will sie im nächsten Jahr wieder hören: You are an Ironman!
Wunsch nach gemeinsamen Ausfahrten
Dafür werden im Februar erstmals auf Fuerteventura Rad-Kilometer gesammelt, dann auch noch im FLOWSPORTS-Trainingslager auf Mallorca.
Den neuen Ironman 70.3 in Zell am See macht sie, wenn alles passt. Der Rest wird spontan entschieden, vielleicht wird es die Olympische Distanz auf der Donauinsel, vielleicht aber auch der Ironman 70.3 auf Mallorca. „Da ist alles möglich, aber noch nichts fix!“
Sehr wohl fix ist aber, dass Tamara auch im nächsten Jahr gerne die eine oder andere Trainingseinheit mit Beteiligung der FLOWSPORTS-Community machen möchte.
„Ich muss mit Studium, Job und Training zwar drei Dinge unter einen Hut bringen, aber wenn es die Zeit zulässt, würde ich gerne einige gemeinsame Trainingseinheiten, zum Beispiel am Rad, mit anderen FlowsportlerInnen absolvieren.“
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Kommentare
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erstellt von Bernhard, am 13.12.2011 um 22:14 Uhr
toll zu lesen, man kriegt richtig mit, wie sehr dir die ganzen Wettkämpfe getaugt haben muss. hört sich nach viel Flow an. Alles Gute für 2012, vielleicht auch einmal bei einer gemeinsamen Ausfahrt.
erstellt von Stiffmaster, am 14.12.2011 um 08:14 Uhr
tamara, du bist echt unser sonnenschein ... mag es sehr wie du sport lebst, jammerst, dein konto dafür und nix anderes plünderst :) ... beißt ... und jubelst ... :) ... hoffe 2012 auf viele gemeinsame "anmelden-Klicks" in Rotwein Begleitung :)
erstellt von andiwindi, am 14.12.2011 um 10:38 Uhr
Jaja wenn Leidenschaft Leiden schafft (=ein leeres Konto :-) )
An dieser Stelle muss gesagt werden, für Erfolge sind immer mehrere zuständig. Somit auch danke an ganz Besondere Menschen:
Meinen Freund, der meine Leidenschaft akzeptiert (meistens :-) ich schaffe es schon ab und zu seinen Geduldsfaden zu überspannen) und immer für mich da ist
Dem besten Trainer Chrisl
Andrea, Astrid, Patrik - für die gemeinsame Motivation und viele weitere gemeinsame Aktivitäten
Berny - du hast mich von der ersten Minute meiner ersten Schwimmstunde so herzlich in die Flow Community aufgenommen, dass ich mich von Anfang an wohl gefühlt hab - dafür bin ich dir echt dankbar!!! Das ist nämlich nichts selbstverständliches in der heutigen Zeit
erstellt von tamara_jelasits, am 14.12.2011 um 14:42 Uhr
Gerne! danke auch für Deine Motivation... ich habe noch ein paar alte mails von der saison.. haha wir sind zeitweise schon ein wenig "geflippt" bis der grosse Tag kam.. ist echt ganz lustig im nachhinein zu lesen...
erstellt von Astrid Stella, am 16.12.2011 um 10:53 Uhr
Kann aus der Sicht eines Trainers nur sagen:" Es macht irren Spass an euren Erfolgen teilnehmen zu dürfen".
erstellt von Chrisl, am 17.12.2011 um 00:58 Uhr
Tamara, you rock!
erstellt von Siglinde, am 18.12.2011 um 10:51 Uhr
... ein bewegtse Jahr :-) ist ein schöner weg, den du läufst :-) weiter so ... hoffe auch sehr auf weitere (gemeinsame) Aktivitäten ... nicht nur sportlicher natur ... alles liebe und bis bald - Patrick :-)
erstellt von LIJAD, am 19.12.2011 um 07:55 Uhr