Sailfish
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"ES WIRD VIEL GEREDET!"

Kategorie: FLOW-Talk

sailfish-Gründer Jan Sibbersen im FLOW-TALK über Neopren-Trends, die Raelerts und Testschwimmen

Jan_sibbersen

„Neopren steht bei uns an allererster Stelle – das war schon immer so und wird immer so sein!“ 2007 hat der ehemalige Schwimmer und Triathlon-Profi Jan Sibbersen die Marke sailfish aus der Taufe gehoben.

Heute, gut sechs Jahre später, ist das Unternehmen einer der großen Player im Geschäft mit dem schwarzen Gold.

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„Wir spielen in Europa sicher vorne mit, was die Neoprenmarken betrifft“, geht der 37-Jährige selbstbewusst ins Gespräch mit den FLOW-NEWS.

Es sind aber nicht markige Worte, die Sibbersen auszeichnen, sondern seine klare Ansagen, am liebsten aber lässt er die Qualität der sailfish-Anzüge sprechen.

Wir haben mit ihm über die Entstehung der Marke sailfish, aktuelle Trends im Neopren-Bereich und die Zusammenarbeit mit den Raelert-Brothers gesprochen.

Außerdem gibt der ehemals schnellste Schwimmer über die Ironman-Distanz Tipps und verrät Tricks für Testschwimmen und Neoprenkauf.

 

FLOW-NEWS: sailfish ist seit Jahren eine fixe Größe im Schwimm- und vor allem im Triathlon-Sport. Können Sie uns ein bisschen etwas über die Entwicklung des Unternehmens verraten?

Jan Sibbersen: Ich habe sailfish im Jahr 2007 gegründet. Damals gab es drei verschiedene Anzüge. Die Namen sind bis heute gleich geblieben, die Anzüge haben sich natürlich weiterentwickelt. Mittlerweile haben wir vier vollwertige Neoprenanzüge in der Produktpalette, weil es nach zwei Jahren so war, dass neue Materialien am Markt verfügbar waren und wir auf unser damaliges Top-Modell den One mit dem G-Range noch einen draufsetzen konnten. Die Produktpalette ist bis heute geblieben, da wir finden, dass sie sehr rund und stimmig aufgebaut ist.

FLOW-NEWS: Nano Space, Super Dry, V-Power – all das hört sich nach viel High-Tech an. Was ist im Neopren-Bereich aktuell state of the art, wo geht die Reise hin?

Sibbersen: Es ist schon so, dass im Markt viel geredet wird. Der eine hat Yamamoto 44, der andere 45 und der nächste kommt mit 50. Es wird immer höher, besser und noch mehr Nano. Wir halten uns da eher bedeckt, gerade was unser Top-Modell betrifft. Aber die diversen Produkt-Tests, Leser-Umfragen oder auch die Triathlon-Awards sprechen schon irgendwo eine klare Sprache und zeigen uns, dass wir mit dem G-Range auf jeden Fall state of the art sind.

FLOW-NEWS: Aber dennoch wird der G-Range fleißig weiterentwickelt, wie man hört?

Sibbersen: Ja, das ist richtig. Wir sind gerade dran, den G-Range weiterzuentwickeln. Mit 2014 werden wir voraussichtlich mit einem neuen G-Range auf den Markt kommen.

FLOW-NEWS: Zurück zur aktuellen Produktpalette – für welchen Schwimmer ist welches Modell geeignet?

Sibbersen: Wir haben im oberen Einstiegsbereich den Vibrant, unseren robusten Einsteigeranzug, der richtig etwas aushält und vier, fünf Jahre, vielleicht sogar länger, hält. Den Attack sehen wir als unseren Anzug mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, da er schon einige Elemente aus den Top-Anzügen drin hat, aber eben noch nicht ganz High-End ist. Darüber verästelt sich die Produktpalette ein bisschen.

FLOW-NEWS: Nämlich?

Sibbersen: Auf der einen Seite haben wir den One, da geht es mehr in Richtung Auftrieb und Top-Anzug mit dem Aerodome Panel, den eingeschlossenen Luftbläschen im Brustbereich. Und auf der anderen Seite des Baumes ist der G-Range, der voll in Richtung Flexibilität geht und da seine Maßstäbe setzt.

FLOW-NEWS: Der G-Range ist auch die erste Wahl der Raelert-Brothers, die sogar eine eigene Limited Edition haben.

Sibbersen: Genau. Wir haben im Herbst/Winter eine limitierte Version vom G-Range aufgelegt. Davon gibt es nur 100 Stück, die gerade im Verkauf sind. Es gibt noch ein paar, aber die werden im Laufe der Saison sicher bald weg sein.

FLOW-NEWS: Wie ist es eigentlich zur Zusammenarbeit mit den Raelerts gekommen?

Sibbersen: Ich hatte schon seit vielen Jahren einen guten Kontakt zu Andreas, der ja auch schon in der Vergangenheit unsere Anzüge geschwommen ist. Wir haben uns im letzten Jahr zusammengesetzt und ausgetauscht, was ihm zum „perfekten“ Anzug fehlt und was es braucht, um ihn wieder in unsere Anzüge zu bekommen. Wir gehen da völlig neue Wege und vertrauen uns gegenseitig blind. Deshalb hat auch nicht der größte Hersteller oder der mit dem meisten Geld den Zuschlag bekommen. Für Andreas und Michael hat sicher auch den Ausschlag gegeben, dass es kurze Wege zu uns sind und wir schnell agieren können. Wenn es neue Materialien am Markt gibt, realisieren wir in wenigen Wochen Prototypen, welche die Jungs dann sofort testen können.

FLOW-NEWS: Wie wichtig ist das Athleten-Sponsoring für Sie als Unternehmer?

Sibbersen: Wir sind in den letzten Jahren vermehrt ins Veranstaltungs-Sponsoring gegangen, einfach weil Veranstaltungen in der Regel stattfinden und nicht verletzt sind. Bei Athleten bleibt da immer ein gewisses Rest-Risiko. Athleten-Sponsoring ist aber weiterhin wichtig für uns, nur schauen wir mittlerweile sehr, sehr genau hin, wen wir ins Team nehmen. Der Athlet muss auch menschlich und charakterlich zu unserer Marke passen. Am besten sehen wir dies bei den Raelert Brüdern verkörpert, flankiert von einem Michael Göhner, Jan Raphael oder Andreas Böcherer, die sich auch auf diesem Level bewegen.

FLOW-NEWS: Themenwechsel, Frühlingsbeginn ist traditionell Neoprentest-Zeit. Worauf sollte man bei einem Testschwimmen achten, um die richtige Kaufentscheidung zu treffen?

Sibbersen: Ich würde mich schon einmal im Vorfeld informieren, welche Modelle für mich infrage kommen. Welches Budget habe ich? Was möchte ich investieren? Und dann würde ich den größten Schwerpunkt darauf legen, in welchem Anzug ich mich am wohlsten fühle. Das finde ich nur heraus, wenn ich mir wirklich Zeit nehme, um in Ruhe die vorher ins Auge gefassten Modelle zu testen.

FLOW-NEWS: Wie meinen Sie das?

Sibbersen: Es reicht nicht, wenn man nur 50 oder 100 m schwimmt. Man sollte reingehen ins Wasser, ein paar Längen schwimmen, dann ein bisschen Wasser in den Anzug lassen, raus aus dem Becken, um zu schauen, ob das Modell auch wirklich gut sitzt und passt. Und dann vielleicht 200 oder 300 m am Stück schwimmen. Erst dann bekommt man meiner Meinung nach einen halbwegs vernünftigen Eindruck, wie der Anzug sitzt.

FLOW-NEWS: Woher weiß ich, dass ein Anzug passt – und welche Fehler werden häufig gemacht?

Sibbersen: Also wir haben pro Testschwimmen meist einen Teilnehmer dabei, der den Anzug mit dem Reißverschluss vorne anzieht. Aber Spaß beiseite: Im Normalfall sehen wir, dass die Anzüge, wenn sie nicht gut angezogen sind, im Schritt nicht gut sitzen, also dort noch Luft ist. Damit zieht der Anzug am Hals nach unten, was dem Teilnehmer ein bisschen die Luft nimmt und auch in der Schulter zieht. Also das A und O ist, dass er im Schritt gut sitzt, ansonsten sollte er normal eng anliegen, vielleicht ein kleines bisschen unangenehm an Land. Man sollte sich nicht fühlen wie in der Presswurst, aber gleichzeitig sollte es auch keine größeren Falten geben, da sich dort dann Wasser ansammelt.

FLOW-NEWS: Hand aufs Herz: Wird ein schlechter Schwimmer mit einem guten Neopren wirklich besser?

Sibbersen: Ich würde es so beurteilen: Einen guten Schwimmer kannst du in fast jeden Neopren stecken und er wird immer noch schnell sein und vernünftig schwimmen. Einem schlechten Schwimmer wird ein Top-Anzug dagegen helfen, weil da geht es in erster Linie um Flexibilität und ausgewogenen Auftrieb. Also hilft ein G-Range einem schlechten Schwimmer? Konkrete Antwort: Ja!

FLOW-NEWS: Wir danken für das Gespräch.


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